
Moderne Satelliten, wissenschaftliche Instrumente und Raumfahrtsysteme bestehen aus hochsensiblen Komponenten. Bereits kleinste Partikel oder molekulare Rückstände können optische Systeme, Sensoren oder elektronische Baugruppen dauerhaft beeinträchtigen.
Um empfindliche Komponenten während Fertigung, Integration, Transport und Start zuverlässig zu schützen, werden sie kontinuierlich mit hochreinen Gasen wie Stickstoff umspült; dem sogenannten Purging. Ziel ist es, Partikel und Feuchtigkeit fernzuhalten und innerhalb des Schutzvolumens eine definierte Schutzatmosphäre aufrechtzuerhalten.
Mit zunehmender Komplexität moderner Raumfahrtsysteme steigt jedoch die Herausforderung, die Wirksamkeit solcher Konzepte bereits in frühen Entwicklungsphasen zuverlässig nachzuweisen.
Die Strömung innerhalb geschlossener Schutzvolumina ist deutlich komplexer als häufig angenommen. Bauteilgeometrien, Leitungen oder Befestigungselemente beeinflussen die Verteilung des Schutzgases und können sogenannte „Dead Zones“ erzeugen. Das sind Bereiche mit geringer Strömungsgeschwindigkeit, in denen Partikel deutlich länger verbleiben.
Für Entwickler stellen sich dabei unter anderem folgende Fragen:
Klassische Berechnungen oder punktuelle Messungen reichen bei komplexen Satellitenstrukturen häufig nicht mehr aus, um diese Zusammenhänge zuverlässig zu bewerten.


Mithilfe numerischer CFD-Simulationen analysiert Merkle CAE das Strömungsverhalten innerhalb komplexer Schutzvolumina bereits während der Entwicklung. Unterschiedliche Purging-Konzepte lassen sich realitätsnah simulieren und objektiv miteinander vergleichen; lange bevor erste Prototypen verfügbar sind.
Die Simulation macht sichtbar, wie sich das Schutzgas innerhalb des Systems verteilt, wo Totzonen entstehen und welche konstruktiven Anpassungen die Schutzwirkung verbessern.
Je nach Entwicklungsaufgabe lassen sich beispielsweise:
So entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen bereits in einer frühen Entwicklungsphase. Entwicklungsrisiken lassen sich reduzieren und Purging-Konzepte gezielt optimieren, noch bevor physische Tests erforderlich sind.
Die virtuelle Analyse schafft Transparenz, bevor Kosten entstehen. Unterschiedliche Konzepte können objektiv bewertet werden, ohne dass aufwendige Prototypen oder Versuchsanlagen erforderlich sind.
· Höhere Entwicklungssicherheit durch virtuelle Absicherung
· Optimierte Strömungsführung und Schutzgasverteilung
· Reduzierter Gasverbrauch bei gleichbleibender Schutzwirkung
· Weniger Prototypen sowie geringerer Testaufwand
· Kürzere Entwicklungszeiten und geringeres Risiko kostenintensiver Designänderungen
Gerade in der Raumfahrt, in der Qualifikations- und Umwelttests mit erheblichem Aufwand verbunden sind, trägt die Simulation dazu bei, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Risiken frühzeitig zu minimieren.

Im Rahmen eines Entwicklungsprojekts unterstützte Merkle CAE die Auslegung eines Purging-Systems für empfindliche Raumfahrtkomponenten. Ziel war eine möglichst homogene Schutzgasverteilung bei gleichzeitig minimalem Volumenstrom.
Mithilfe numerischer CFD-Simulationen wurden verschiedene Varianten der Gasführung untersucht. Kritische Totzonen konnten identifiziert, Ein- und Auslasspositionen gezielt optimiert sowie die Strömungsverteilung innerhalb des Schutzvolumens deutlich verbessert werden.
Bereits vor dem Aufbau eines Prototyps standen belastbare Aussagen zum Strömungsverhalten zur Verfügung. Dadurch konnten Entwicklungsrisiken reduziert und fundierte Entscheidungen frühzeitig getroffen werden.


Purging-Systeme wirken nicht isoliert. Strömung, Temperatur und angrenzende Komponenten beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb betrachtet Merkle CAE Purging-Konzepte im Rahmen ganzheitlicher Multiphysics-Analysen.
Je nach Entwicklungsaufgabe werden unter anderem CFD-, thermische und strukturmechanische Simulationen miteinander kombiniert. So entsteht ein realitätsnahes Verständnis des Gesamtsystems und eine belastbare Grundlage für sichere Entwicklungsentscheidungen.
Purging ist weit mehr als das Einleiten eines Schutzgases. Erst das Verständnis der tatsächlichen Strömungsvorgänge entscheidet darüber, ob empfindliche Raumfahrtkomponenten dauerhaft zuverlässig geschützt werden.
Mit CFD- und Multiphysics-Simulation unterstützt Merkle CAE Unternehmen dabei, Purging-Konzepte effizient auszulegen, Entwicklungsrisiken zu reduzieren und Entwicklungsprozesse nachhaltig zu beschleunigen.